Weltorgan


I.
Hört ihr mich, ihr elenden Gedärme?
Verschwindet aus mir, raus aus dem Gewirr!
Ihr seid nicht mein, noch wollt ich von euch Wärme
Verschwindet nur, sonst bringe ich euch um!

Ich möchte euch spucken, raus in dieses Eis,
Den glatten Schnee sollt ihr nun selbst erspüren
Ersehnt ihr schon des Todes Sehnsucht?
Heil den Engeln, die nicht mehr erfrieren.

Mein herz ist Eis, und Tod ist meine Seel.
Verbrennt mich nur, ich würde es nicht spüren.
Lasst mich nur einmal noch am Segen rühren
der zu der Stunde bald jeden ereilt.

Hört ihr sie schon?
Die Weihnachtsglocken klingen. Und bald
ja bald, kehrt das Geschrei zurück.
Erdrückende Menschenmengen leeren sich,
erneut kehrt alle Wut in dieses Stück.

II.
Fasst mich, lasst mich
hinaus in das Eis.
Es kreist mich ein, erruft in mir
ein stetes Schneegewühl zu zürnen

Es will den Sturm, bekommt nun mehr das Licht
bezähmt die Wogen, die in mir erblühn
erneut bezwungene Gestalt verglüht
Schneesturm macht das Ich zu Eis.

Kristallne Welt, zerspringe nur!
Vergehe endlich in des Feuers Schwaden.
Zerbreche doch nur, unter dem gewicht
kann ich dich nun auch nicht länger tragen.

Verbrenne, Welt, erhöre dieses flehn,
und lass dich nie wieder zusammenfügen.
Ich will nicht leben und nicht auferstehn.
Und niemals mehr will ich in dir noch lieben.

Vertraue Welt, als Asche bist du frei.
Nie mehr wird dich ein andrer noch zerstören.
Dies eine mal noch Schmerz, und ohne Reu
wird man dich in den Müll an Rande fegen.

Zerspring, Zerbrech! Lass dich von mir zerstören.
Ob Regen oder Sonnenschein, ich will nur nichts mehr spüren.
Nichts mitbekommen von der Einsamkeit
von Schmerz, Verlust auf alle Zeit befreit.

Ohne die Welt ergibt sich kein Gefühl,
ohne Gefühl kann kein vertrauen blüh’n.
Lass mich in mir, entfernt von deinem Sinn.
Lass mich nur diese Welt nie wieder fühlen.

III.
Warum verglüh’n die Sterne dieser Welt?
Immer und immer wieder lässt man sie entstehen
nur damit er gleich darauf zerfällt.
Wie sinnlos, all dies Werden und Vergehen!

Die Welt dreht ihre Runden immer neu,
beachtet nicht, wer auf ihr lebt und betet.
Sie achtet nicht die Sterbenden, auch nicht die Leiden ihrer eignen Kinder.
Sie dreht nur egozentrisch ihre Runden, und summt nur weiter immergleiche Lieder.

Die Mutter summt und singt ihr ganzes Leben.
Sie achtet nicht den Schmerz und all das Leid,
das sie bereits dem Kinde mitgegeben.
Fühlt sich nun dadurch sogar noch befreit.

Der Vater schreit, er wütet wie der Sturm.
Zerstörung findet sich in neues Streben.
Angst wird erlernt, zerbrochen all das Leben
das Kinderherz mit Mut bisher erfüllt.

Dann kommt das Leben selbst, es anzusehn.
Das kleine Kind, das ihm am Herzen blüht.
Es nimmt es nur hervor, und drückt
die Seele aus dem Leib.

Die Seel, dem Leib entrückt, verstirbt,
das Kinderherz, ohne Gefühl und Sein
ergraut vor all dem Leid, das es zermürbt
Es wirft sich samt dem Kind ins Meer hinein.

Von DEINEM Blute…


Hier stehe ich, genau vor dir, und nicht zu deinen Füssen, nun sehe mich, so wie ich bin!
Die Sehnsucht lässt dich grüßen.
Sahst du mich je? Was bin ich denn? Ein Ding, das man beschenkt?
Von DEINEM Blute kam ich her, und wurde nicht getränkt,
Nicht Wasser brauch es, noch der Luft, um mich davon zu nähren,
die Sehnsucht nur ist diese Schlucht, die du solltest bekehren!

Sollt ich dir je Ehre bringen? So soll es Ehre sein!
Die Ehre, zu dir Schlamm zu werfen!
Du sollst vor Reue schreien!
Ich wünschte, ich wäre nie gewesen,
aus deinem kaltem Blut,
du willst mich formen, so soll ich verwesen,
siehst du nicht meine Wut?
Wo warst du gewesen, als ich nach dir rief?
Die Nächte voll der Tränen…
Nie war ich wie die andern gewesen,
gebettet in Todessegen…..
Wo warst du gewesen, als ich noch ängstigte, um dich,
bevor mein Fluch dich traf?
Hast du vergessen das Leben, dass du mir abgeschnitten?
Hast du denn all das Leid vergessen, das ich wegen dir gelitten?
Ich kann nicht Hassen ohne Mitleid, nicht Lieben ohne Furcht,
so sollst du derben voll des Abschaums, aus dem du mich geboren!

Sehnsucht verlorener Minuten…


Sehnsucht verlorener Minuten….

Die Tage vergingen als Minuten,
Kurzer Schutz nur vor der Welten Nacht,
So schnell er kam war er wieder verschwunden,
und ich bin aus dem Wachsein fortgebracht….

Schwaches Schild, das Schwert ist schon zur Stelle,
Ein schneller Hieb und es zerbrach im Wind,
sagst du mir, was mein Wesen erhellte,
während ich gefallen bin?

Es tat weh, doch Tod schien gleich zur Stelle,
Schnell aufgefangen doch bevor ich fiel;
lief ich schon weg, dem Tag entgegen,
als wenn man mir die Beine stiehl….

Dein Gesicht, so voll der schwarzen Tränen,
Porzellan in zartester Statur,
wärest du nicht so dunkel gewesen,
dächt ich du wärst eine Puppe nur….

Dein Arm war voller tiefer Narben,
Rote Tränen liessen ihre Spur,
In deinen Augen war der Hass gewesen,
dein Herz verlangte Liebe nur…