„Du schaffst das schon.“


– Panik in der Wiederholungspause –

Jeden Tag begegnen sie einem aufs neue:

Die kleinen Mitmacher, die einem in dieser Zeit ständig an den Kopf geworfen werden.

Ein verehrter Dank schleicht sich ihnen gegenüber aus dem Hals, während mein Herz den Notaugang sucht.

Lernen. Immer nur Lernen. Das wird aktuell die alles befragende Antwort.

Wie geht es dir? Lernend

Was machst du heute? Lernen.

Was gibt es neues? Lernen.

Das heißt, ich sitze aktuell den ganzen Tag vor dem PC und lerne.

Es lernt, schleicht der Gedanke durch die Köpfe.

Vorsicht, Umsicht, Nachsicht überall. Wohl schmeckende Schonung auf meinem Arbeitstisch.

Beinahe wie bei einer Schwangerschaft bleibt mir das letzte Stück Kuchen

und Ruhe vor Störenden Angelegenheiten.

Willst du reden? Ich lerne.

Arbeitest du? Ich lerne.

Bewerbungen? Ich lerne.

Natürlich darf bei all dem Stress das Ausruhen nicht zu kurz kommen. Deswegen

bin ich phasenweise unterwegs.

Es ist richtig, nicht in eine Lernpanik zu verfallen, so kurz vor der Prüfung.

Schließlich gibt es viele die überhaupt nicht lernen.

Und jeden Tag von überall strömt ein JA in meinen Geist.

Ob es nun viel Essen ist oder die Mutmachungen, alles ist erlaubt.

Lange schlafen, gutes Essen, viel Ruhe. Beinahe Urlaub.

Da seh ich sie. Eine Mutmachung an der Straßenecke, bereit mich anzukleffen.

Meine Hand Dankt, und mein Herz schleicht sich aus meinem Mund hinaus.

Roter Ferrari.

Was willst du werden? Ich lerne.

Warum tust du das? Ich lerne.

Wie stellst du dir dein Leben vor? Ich lerne.

Das heißt, ich sitze den ganzen Tag vor dem GW. Spielend.

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Es grüßt das Fremde


Jeden Tag begegnet man ihm: dem Unbekannten.

Überall sind Dinge, denen man noch nicht Hallo sagte und Menschen die man noch nie sah.
Diese allgemeine Tatsache sorgt allgemein für Unbehagen und begründetes Misstrauen.

Als Kind schon schrieb ich mir häufig in die Ohren:

„Vertraue keinem Fremden!“ – Nicht, dass es helfen würde. Meist sind es die wohl Bekannten.

Doch daraus resultierte in mir eine natürliche Vorsicht, der ich auch heute noch gehorche und die wohl in jedem richtig geformten Werk unserer Gesellschaft steckt.

Da wir dies also wissen: Hallo Fremder, lass uns zusammentreffen.

Ein paar Klicks neben der Wahrnehmung der Eltern warten schon unbekannte neue Freunde auf das heiß ersehnte einhalten elterlicher Vorsicht.

Man meldet seine Intimsphäre zum herumspielen in Kontaktbörsen wie Yappi an und sucht nach ehrlichem Mitgefühl für jedermann bei einem freundlichen Mitchatter.

Jeder ist wichtig genug, dieses wichtige Stück Lebensgeschichte affirmativ kommentieren zu dürfen.

So stürzte ich einmal in einen Chatkessel voller Aufmerksamkeit hinein, der seither mein Leben mietet. Richtige soziale Beziehungen aufzubauen wäre auch viel zu anstrengend bei einer so großen Stadt wie Berlin. Man sollte immer direkt nach gleichen Interessen, Singlestatus und Geschlecht schauen. So erspart man sich etwaige Enttäuschungen und jeder hat eine effektive Übersicht über die Bereitschaft des anderen zu etwas mehr sozialem Kontakt to go.

Es kann natürlich auch einmal vorkommen, dass das ein oder andere nichtige Geheimnis ausversehen weiterkopiert wird, aber mitten inmitten der Nacktheit innerhalb des Strippens stört es wohl kaum, wenn man etwas Blöße offenbart.

Passiert schon mal.

Und wenn mir langweilig ist, suche ich mir ein Forum in dem zufällig gerade ein Forentreff in meiner Nähe stattfindet und gehe einfach mal hin.

Was ist schon dabei? Macht doch jeder so.

Aber weißt du, was mir letztens passierte?

Da war dieses total heiße Bild auf Studivz. Es war Liebe auf den ersten Blick.

Natürlich versichterte ich es meiner besten Meinungen über seinen Zustand, worauf es sich sehr bedankte.

Ich bin mir sicher, es liebt mich auch.

Doch nun steht dort: „vergeben“

und ich weine um mein frisch zerbrochenes Herz.